Skip to main content

Mit dem Motorrad durch Schottland

Möchte man mit dem eigenen Motorrad nach Schottland reisen, bietet sich die Überfahrt mit einer Fähre an. Direkt nach Rosyth nahe Edinburgh gelangt man vom belgischen Zeebrügge aus. Darüber hinaus stehen zahlreiche Verbindungen nach England zur Auswahl, von Deutschland, Holland, Frankreich, Belgien und Dänemark. Es gibt verschiedene Anbieter. Die Preise variieren stark, vergleichen lohnt sich also. Dabei kommt es auch darauf an, ob die Priorität auf einer preisgünstigen oder bequemen Anreise liegt. Beliebt ist die Fähre von IJmuiden bei Amsterdam nach Newcastle in Nordengland. Sofern vor Ort ein Motorrad geliehen wird, stellen Flugzeug und Bahn Alternativen dar. Verschiedene Gesellschaften bieten Flüge an. Mit der Bahn erfolgt die Anreise zunächst über den Eurotunnel nach Folkstone in England. Von dort beginnt die Weiterreise nach Schottland. Diese Möglichkeit ist allerdings deutlich kostenintensiver als die etwa zweistündige Flugreise.


Motorrad mieten und geeignete Reisezeiten

Es besteht die Möglichkeit, sich in England oder Schottland ein Fahrzeug zu mieten. Vor allem in London und Umgebung sowie in den größeren schottischen Städten wie Edinburgh oder Glasgow sind mehrere Anbieter mit einer breiten Palette an Bikes vertreten. Doch auch in anderen Gegenden des Vereinigten Königreichs finden sich Leihmöglichkeiten. Grundsätzlich gilt es, die Preise genau zu vergleichen und im Vorfeld zu beachten, welche Leistungen inklusive sind bzw. welche Zusatzkosten entstehen. Häufig ist eine hohe Kaution zu hinterlegen. Eine Motorradreise durch Schottland sollte am besten zwischen Frühling und Herbst stattfinden. Die Wintermonate eignen sich nicht. In den Highlands ist zwischen Oktober und April mit Schnee zu rechnen. Im Sommer erreicht der Tourismus seinen Höhepunkt; zu dieser Zeit ist es im ganzen Land teurer und überlaufener. Wer es etwas ruhiger mag, sollte möglichst außerhalb dieses Zeitraums reisen. Der September ist mit der Wärme des Spätsommers und der Ruhe der beginnenden Nebensaison ein ausgezeichneter Reisemonat.

Mit dem Motorrad durch Schottland

Mit dem Motorrad durch Schottland ©iStockphoto/markoustic

Strassenbeschaffenheit

Generell sind die schottischen Straßen überwiegend gut ausgebaut. Es gibt viele moderne neue Straßen, auf denen auch Anfänger ohne Schwierigkeiten fahren können. Allerdings sind die älteren Nebenstraßen deutlich attraktiver. Dabei handelt es sich um „Single Track Roads“, also einspurige Straßen. Diese sind schmal und kurvenreich und sorgen daher für ein abwechslungsreicheres Fahrerlebnis. Da diese Straßen lediglich über eine Fahrbahn verfügen, finden sich in regelmäßigen Abständen Möglichkeiten zum Ausweichen, die „Passing Places“. Der Gegenverkehr muss auf derartigen Strecken besonders gut im Auge behalten werden. Der Fahrer, welcher zuerst den Passing Place erreicht, lässt das entgegenkommende Fahrzeug passieren. Zudem können schnellere Verkehrsteilnehmer dort überholen. Mit der nötigen Vorsicht und Aufmerksamkeit machen die Single Road Tracks den Motorradurlaub sicherlich interessanter.

In Schottland herrscht Linksverkehr. Dennoch gilt: rechts vor links. Sowohl die Entfernungsangaben als auch die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind in Meilen angegeben. Auf Autobahnen dürfen 70 mph, also 112 km/h gefahren werden. In geschlossenen Ortschaften liegt das Tempolimit bei 30 mph (48 km/h). Vor Kurven weisen Schilder darauf hin, die Geschwindigkeit zu drosseln. Die vorgeschriebenen Begrenzungen sollten unbedingt eingehalten werden, so genannte „Speed Cameras“ kontrollieren dies vielerorts. Mit Hindernissen in Form von Schafen oder Kühen, muss in ländlichen Gebieten jederzeit gerechnet werden. Der Asphalt in Schottland ist deutlich rauer und griffiger als in Deutschland. Das hat den Vorteil, dass auch nasse Fahrbahnen guten Halt bieten. Nachteilig ist jedoch, dass sich die Reifen wesentlich schneller abnutzen. Benzin ist in Schottland teurer als in Deutschland. Es empfiehlt sich, in größeren Städten zu tanken, da man in abgelegenen Ortschaften in der Regel mehr bezahlt. Im Fall einer Panne können sich Mitglieder deutscher Automobilklubs an die schottischen Äquivalente, nämlich den AA oder den RAC wenden. Zusätzlich ist es sinnvoll, ein Verzeichnis der Werkstätten vor Ort im Gepäck zu haben.

Planung einer Motorradtour

Eine Bikertour durch Schottland kann sehr gut individuell geplant und durchgeführt werden. Es werden aber auch diverse organisierte Gruppenreisen angeboten. Je nachdem, wie viel Zeit zur Verfügung steht, sind unterschiedliche Strecken möglich. Auf einer Rundreise können verschiedene Regionen des Landes entdeckt werden. Vom Ausgangspunkt kann die Fahrt im oder gegen den Uhrzeigersinn angetreten werden. Die genaue Routenplanung kann entsprechend der persönlichen Präferenzen individuell gewählt werden. Grundsätzlich bietet Schottland eine vielfältige Mischung aus Natur, Geschichte, Städten und Kultur. Hauptattraktionen wie Schlösser oder das berühmte Loch Ness sind über reizvolle Strecken bequem erreichbar. Auch die Highlands im Norden lassen sich gut auf zwei Rädern erkunden. Überall lässt sich die beeindruckende Natur genießen. Es herrscht wenig Verkehr, was das Motorrad fahren zu einem intensiven Erlebnis macht.