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Applecross, die höchste Passstraße Schottlands

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts konnte man Applecross nur mit dem Boot erreichen. Erst dann gab es eine Passstraße, die „Cattle Pass“ bzw. „Bealach na Ba“ genannt wurde. Die Passstraße ist Teil der A 896, die in Shieldag ihren Anfang nimmt und bis nach Kishorn führt. Wie der Name „Cattle Pass“ andeutet, handelte es sich bei diesem Streckenabschnitt um eine einspurige Passstraße mit zahlreichen Windungen und einer Steigung von bis zu 20%. Der Bealach na Ba gilt als eine der steilsten und höchstgelegenen Straßen Schottlands. Das allerdings hat noch nie jemanden gehindert, ihn zu befahren. Diese Aufgabe stand der Natur zu! Nur sie vermag es, einem den Weg über den Pass zu versperren. Außerdem sollte man den Bealach na Ba nicht mit einem Bus, einem angehängten Wohnwagen oder einem Wohnmobil befahren wollen. Dafür bietet sich die alternative Strecke über Shieldaig nach Applecross an. Obwohl der Bealnach na Ba im Winter gesperrt ist, ist er beliebt. Er erinnert streckenweise eher an eine Alpenstraße als an die schottischen Highlands. Der Cattle Pass liegt in einer Höhe von 626 Metern. Der Blick vom Fernsehturm, der abseits der Straße liegt, ist lohnenswert. Kenner wissen, dass er zu den schönsten Erlebnissen gehört, die man auf der Strecke haben kann.


Alternativen zum Applecross

Für die Bewohner der Halbinsel bedeutete der Weg über die Passstraße weniger spektakuläre Aussichten in die Landschaft, als viel mehr die Aussicht darauf, schneller zum Ziel zu kommen und etliche Stunden Lebenszeit einzusparen. Vor dem Bau der Applecross Passstraße gab es nur ein Schiff, das von Kyle nach Stornoway fuhr. Leider legte es auf der Rückfahrt nach Kyle aber nicht hier an! Musste man also aufbrechen, wenn das Schiff gerade nicht anlegte, nahm man das Ruderboot, um zum nächsten Bahnhof zu gelangen. Der lag in Kyle. Man konnte mit dem Boot auch das Dampfschiff in der Applecross Bay abpassen. Auf der Rückfahrt musste man mit Pech mehrere Stunden auf die Ankunft des Dampfschiffes warten. Für diese Menschen bedeutete der Applecross Pass also eine Erleichterung. Zunächst bestand er aus Reitwegen und Trampelpfaden, die man bestenfalls mit dem Motorrad bewältigen konnte. Für die hier lebenden 400 Einwohner eine Straße zu erbauen, schien nicht ökonomisch zu sein. Als die Passstraße in Applecross endlich gebaut wurde, hatte sich die Bevölkerung bereits erheblich dezimiert. Der Bau der Straße dauerte insgesamt zehn Jahre.

Applecross

Applecross ©iStockphoto/munro1

Höchste Stelle – Bealnach na Ba

Der Luxus, heute gleich zwei Straßen nach Applecross zu finden, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden! Die komplette Strecke führt von Kishorn über den Bealnach na Ba und nach Shieldaig. Fahrerisches Können ist erforderlich. Fahranfängern wird durch ein Schild vom Austesten der Strecke abgeraten – ein wohl einzigartiger Vorgang in Schottland! Auf der höchsten Stelle des Bealnach na Ba findet man Parkplätze. Wanderer brechen gerne zu einer Besteigung der Berge auf. Allerdings sollte man auf das Wetter achten. Man muss gar nicht weit von seinem Wagen entfernt sein, um sich hoffnungslos im Nebel zu verlaufen. Bei der Weiterfahrt sollte man nicht nur Applecross einen Besuch gönnen, sondern vor allem den unverfälschten Küstensiedlungen wie beispielsweise Camusterrach, Toscaig and Ard-dhubh.